Aspects Féminins ist eine musikalische Reise durch Jahrhunderte weiblicher Inspiration – ein Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Komponistinnen, Bearbeiterinnen und Interpretinnen. In diesem Programm treten weibliche Perspektiven in den Mittelpunkt: als kreative Kraft, als formende Hand und als hörbare Stimme.
Den Auftakt bildet die „Orfeo Suite“ von Claudio Monteverdi (1567–1643), neu gestaltet von Ekaterina Ryzhova. Monteverdis barocke Klangwelt erfährt durch ihre feinsinnige Handschrift eine neue Leuchtkraft: die Geschichte von Liebe und Verlust verwandelt sich in ein zeitloses musikalisches Ritual.
Mit der „Sérénade aux étoiles“ von Cécile Chaminade (1857–1944) erklingt ein poetisches Nachtstück voller Eleganz und zarter Melancholie – ein Werk, das die oft überhörte Stimme einer der bedeutendsten Komponistinnen ihrer Zeit ins Licht rückt.
Die „Quatre Aspects Féminins“ von Pierre Paubon (1910–1995) – vier musikalische Miniaturen, die das Weibliche als Spiegel vielfältiger Seelenzustände zeichnen – entfalten in ihrer Interpretation eine feine Balance zwischen Spiel und Ernst, zwischen Charakter und Gefühl.
In Ma mère l’oye, neu gestaltet von Ekaterina Ryzhova, lässt Maurice Ravel die Welt der französischen Märchen lebendig werden – zart, träumerisch und voller Poesie. Die „Mutter Gans“, Sinnbild der Erzählerin alter Feengeschichten, steht für jene weibliche Stimme, die Fantasie und Erinnerung bewahrt.
Musor Flötenquartett bei den Aufnahmen in der Immanuelskirche Wuppertal
Den Schlusspunkt setzt das „Quartett für vier Flöten“ der großen russischen Komponistin Sofia Gubaidulina (1931–2025). Ihre Musik ist spirituell, kompromisslos, voller innerer Kraft – ein Werk, das in den Raum hineinhorcht, bis Klang und Stille eins werden.
Ein Programm, das zeigt – weibliche Kreativität ist keine Randnotiz der Musikgeschichte, sondern ihr lebendiges, pulsierendes Herz. Aufgenommen am 27. und 28. November 2020 in der Immanuelskirche Wuppertal, unter der Tonregie von Georg Bongartz, vereint Aspects Féminins weibliche Klangkunst in all ihren Facetten – sensibel, mutig und grenzenlos schöpferisch. In den Bearbeitungen von Ekaterina Ryzhova entsteht eine neue Klangsprache: feinfühlig und kraftvoll zugleich, verwurzelt in der Tradition und doch von zeitloser Modernität.